„Alarm, es kommt, ein Notruf an!“ – Wie in der berühmtesten Sendung rund um Pontypandys Feuerwehr, mussten auch wir uns in Klein Escherde wieder einmal einem interessanten Szenario stellen, das sich unser Kreativteam um Henning ausgedacht hatte. Unser Auftrag bestand zunächst in der Rettung einer Person, die ohnmächtig in einem Wagen aufgefunden wurde. Dieser drohte allerdings die Böschung abzurutschen. Nach der Kontaktaufnahme fuhren wir zum Übungsort, der hinter der Bahnüberführung zwischen Klein Escherde und Rössing lag. Dort angekommen, nahmen wir unter Jens Leitung die Arbeit auf: Zunächst musste das Fahrzeug gesichert werden, damit es nicht den – jahreszeitbedingt – reißenden Fluten des Rössingbachs zum Opfer fallen würde. Welche Mittel stehen uns zur Verfügung, um einen die Böschung abrutschenden Wagen sichern zu können? Und überhaupt, warum ist es immernoch so dunkel? Richtig: Zuerst einmal mussten wir für ausreichend Beleuchtung sorgen und so richteten wir alles, was an unserem Fahrzeug leuchtete, auf die Einsatzstelle aus. Danach übernahmen wir die Fahrzeugsicherung: Für einen Reifen hatten wir eine keilförmige Fahrsperre, aber wie ließen sich die anderen Reifen sichern? Na klar, durch Schlauchbrücken! Und zu guter letzt haben wir ja noch Tauwerk, mit dem sich das Abrutschen des Fahrzeugs verhindern lässt, wenn sich die Leinhe sowohl an Unfall- als auch Einsatzfahrzeug befestigen ließ. Und da war es wieder, unser Lieblingsthema: Knoten! Sie sind doch wichtiger, als man es gemeinhin annehmen möchte und auch hier zeigt sich, wie lebensrettend sie sein können – deshalb: Üben, üben, üben! Nach der Fahrzeugsicherung konnten wir schlussendlich die ohnmächtige Person aus ihrem Fahrzeug problemlos retten. Vitalfunktionen überprüfen, Schlüssel ziehen, Gurt lösen, Sitz nach hinten schieben, Beinfreiheit prüfen und mit vereinten Kräften die Person retten. An was alles gedacht werden muss! Und so durften wir alles wieder einpacken, als der Übungseinsatz beendet war.

Auf dem Rückweg zum Feuerwehrhaus meldete sich wieder unsere „Leitstelle“: Ein Feld brennt – wie zufällig – in der Nähe des Röxsingbachs. Und so wendeten wir und fuhren wieder in die dunkle Feldmark, um ein imaginäres Feuer zu löschen. Unter Rikus Anleitung stellten wir uns der Situation: Tragkraftspritze aufstellen, Ansaugrohre, Saugkorb, Verteiler und diverse Schläuche holen, verbinden und  einsatzbereit machen. „Und nun Kuppeln!“ – Wie bitte? Kuppeln? Ich sitze doch nicht im Auto! Unter Kuppeln wird das Verbinden zweier Saugrohre verstanden, für das es eine standardisierte Prozedur gibt, mit der eine Saugleitung erstellt werden kann. Es gibt Mannschaften, die diese Aufgabe deutlich schneller vollenden, als wir an diesem Abend, aber wir werden schneller! Für uns Neulinge war es ein wirklich gelungener Übungsabend! Wir haben viele praktische Herangehensweisen und gelernt und die Erkenntnis gewonnen, dass es nicht in jeder Situation die ultimativ richtige Entscheidung gibt, dass wir aber nur unsere Ziele erreichen können, wenn wir eine einmal getroffene Entscheidung bis zum Ende konsequent verfolgen und umgesetzen.