Im Mittelpunkt unseres heutigen Übungsdienstes stand das – wie ich als Neuling gleich feststellen konnte – wenig geliebte Thema "Knoten". Endlich ein Thema, an das ich mit meinem Wissen zur Seemannschaft anknüpfen konnte: Denn die Knoten, die in der Feuerwehrpraxis Anwendung finden, kannte ich aus dem Segelsportbereich. Was zeichnen gute seemännische Knoten bzw. Knoten für die Feuerwehrpraxis aus? Zum einen müssen sie unter Last sicher halten; die Folgen könnten katastrophal sein, sollte sich gerade dann ein Knoten lösen, wenn das Tauwerk stark belastet ist. Zum anderen müssen die Knoten bei Entlastung des Tauwerks unabhängig von seiner Beschaffenheit (z.B. durch Regen leicht aufgequollen) wieder gut lösbar sein. Gerade dieser Punkt unterscheidet seemännische Knoten bzw. Knoten der Feuerwehrpraxis von den üblichen Knoten aus dem Alltag.

Ein richtig gesteckter Webleinstek.

Zum Einstieg ein Webeleinstek bzw. Mastwurf (s. Bild), sowohl an horizontalen als auch an vertikalen Stangen, Leiterfüßen oder der Mülltonne. Interessanterweise konnten viele von uns feststellen, dass das Stecken eines Mastwurfs unterschiedlich schwierig sein kann, je nachdem, aus welcher Position (Stehen, Knien, Liegen) der Knoten gesteckt werden muss, ob mit oder ohne Handschuhe, vor oder hinter dem Rücken, mit offenen oder geschlossenen Augen, an vertikal oder horizontal ausgerichteten Objekten – die vielfältigen Einsatzbedingungen können dazu führen, dass vermeintlich leichte Knoten sich doch nur mit erheblichem Aufwand richtig stecken lassen.

Trotz ihrer enorm hohen Bedeutung für den Feuerwehrdienst (bspw. um sich selbst, andere Menschen, Tiere oder Gerätschaften abzusichern) geraten sie schnell in Vergessenheit, wenn sie nicht regelmäßig trainiert und ins Gedächtnis zurückgerufen werden. Daher war am Ende unseres heutigen Dienstes vielen von uns klar, dass dieser Abend allein nicht der letzte zum Lösen der Knoten im Kopf sein würde!